Samstag, 14. August 2010

Einladung zum Stasi-Kongress - Am 13. August 2010 lädt das publizische Srachrohr der Partei DIE LINKE zur Stasi-Heldenverehrung

Es gibt verschiedene Arten dem sich heute jährenden Tag des Berliner Mauerbaus zu gedenken. Wer wissen will, wie es um die Gedenkkultur im Inneren der Linkspartei bestellt ist, muss nur auf das Parteiorgan jungeWelt (www.jungewelt.de) rekurrieren. Dort wähnen sich die Ewiggestrigen unter sich. Am heutigen 13. August laden sie zu einem Stasi-Kongress in das Berliner Verlagsgebäude, welches praktischerweise nicht einmal einen Steinwurf vom Karl-Liebknecht-Haus entfernt gelegen ist.

Die jungeWelt – eine offen linksextremistische Tageszeitung - befindet sich unter Kontrolle der Linkspartei. Die Mandatsträger der SED-Nachfolge nutzen sie für Namensartikel, denen jeglicher demokratische Weichspüler fehlt. Hier wird Klartext geredet: Fidel Castro, „Slobo“ Milosevic, die FARC und Sudans Präsident Bashir werden als Helden gefeiert Der geneigte Leser erfährt zudem, warum die Niederschlagung der Demokratiebewegung auf dem Platz des Himmlischen Friedens oder eben auch der „Antifaschistische Schutzwall“ (vulgo Mauer undinnerdeutscher Grenzstreifen) so wesentlich für den Weltfrieden gewesen seien.

Folgerichtig sucht man auch in der Onlineausgabe der sozialistischen Zeitung zum 13. August 2010 vergeblich nach einem Wort des Bedauerns über das Mauerregime, welches tatsächlich hinlängliche Bedingung für die Existenz der DDR war. In einem Akt außergewöhnlicher Perfidie lädt die junge Welt vielmehr für nächsten Donnerstag zu einem Stasi-Kongress in das Verlagsgebäude.

Gefeiert werden die Helden von der HVA („Hauptverwaltung Aufklärung“) der DDR-Staatssicherheit. Maliziös suggerieren die Autoren, die Stasi sei eine romantische Spionageabteilung gewesen- eben nur auf der Seite des sozialistischen Guten.
Dem dürfte Gregor Gysi aus vollen Herzen zustimmen, denn ohne die schätzungsweise 24.000 Vertreter der „bewaffneten Organe der DDR“ sähe seine Parteibasis nicht nur alt, sondern geschrumpft aus. Zudem wurde ja Gysi selbst vom letzten Chef der Stasi HVA, Markus Wolf, zum Retter der SED erkoren, die sich im Herbst 1989 aufzulösen drohte.

Das hat Gysi immerhin bereits geschafft. Nun geht es den - öffentlich meist Kreide fressenden - Kommunisten darum, die bundesrepublikanische Sicht auf die Geschichte der DDR neu zu definieren. Das Wort Unrechtsstaat für die DDR ist ja auch eine Zumutung für einen Stasi-Generaloberst, der seine Pflicht getan hat....

Man darf annehmen, die Besatzung des Liebknecht-Hauses am Donnerstag bei den alten und ewiggestrigen Kämpfer in der Ladengalerie der Jungen Welt zu finden. Vielleicht kommt der Chef ja auch auf ein Glas vorbei - natürlich erst nachdem er mit geschichtsvergessenen Grünen und SPD über machtstrategische Optionen konferiert hat. Man läßt die Täter gewähren- selbst heute am 13. August. Vielleicht sind sie wirklich angekommen - in der gesamtdeutschen Gegenwart.

Deutschland im Sommer 2010 - am Jahrestag des Mauerbaus.