Donnerstag, 29. Juli 2010

Der deutsche Waffenstudent Heinrich Heine zieht ein in die Walhalla

Heinrich Heine, der große Spötter, wurde gestern in die Walhalla aufgenommen. Die Hamburger Grünen müsste das konsequenterweise empören, denn der deutsche Jude Heine war Waffenstudent, d.h. Mitglied in einer Mensuren "schlagenden" Verbindung.

Von den eifernden Burschenschaftern distanzierte er sich zwar, doch schwärmte er noch im "Wintermärchen" von seinen Westphalen, aus denen das spätere Corps Hildeso-Guestphalia Göttingen hervorgehen sollte: "Ich habe sie immer so liebgehabt, Die lieben, guten Westfalen, Ein Volk, so fest, so sicher, so treu, Ganz ohne Gleißen und Prahlen.Wie standen sie prächtig auf der Mensur. Mit ihren Löwenherzen! Es fielen so grade, so ehrlich gemeint,Die Quarten und die Terzen.Sie fechten gut, sie trinken gut, Und wenn sie die Hand dir reichen. Zum Freundschaftsbündnis, dann weinen sie; Sind sentimentale Eichen."

Man darf hoffen, dass Hamburgs grüne Schulsenatorin Heinrich Heine nun nicht aus den Lehrplänen streichen läßt. Das wäre außerordentlich schade, denn Heine-Leser werden doch sehr wirksam immunisiert gegen selbstgerechtes Eiferer- und Denunziantentum, gegen ignorante Gesinnungspolizisten und -horribile dictu- hetzerische Rufmörder.

Heine Lektüre kann auch im politischen Geschäft hilfreich sein. Hätten die Grüne Frontfrau Antje Möller und der designierte Regierende Ahlhaus das "Wintermärchen" gelesen (das stellt keine Strafe dar), hätten sie das nun gegebene Bild begossener und charakterloser Pudel vermeiden können.

Man darf annehmen, dass Heine selbst über die heutige Aufnahme in die "Ruhmeshalle der Deutschen" ein wenig gespottet hätte, verdient hat er es aber allemal. In diesem Sinne lasse wenigstens ich ihm, Heinrich Heine, das letzte Wort: »Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat.« Heinrich Heine