Dienstag, 4. Mai 2010

Spekulationen auf Griechenland

Das reflexartige Einschlagen der europäischen Politik auf die Spekulanten der Finanzmärkte hat etwas verzweifelt Exkulpatorisches, denn die EU erkennt in dem jüngst beschlossenen Abkommen die Funktionsweise der Märkte im Grundsatz ja durchaus an. So verlangen die Europäer 5% für die griechischen Anleihen und stützen damit die Wahrnehmung der Marktteilnehmer, dass die griechische Bonität der deutschen nicht gleichgestellt werden kann. Den Spekulanten gleich wird auch die EU so zum potentiellen Profiteur der Lage.
Spekulanten sind aber nicht zwingend gleichzusetzen mit den Verursachern. Die sitzen nicht an der Börse, sondern in der griechischen Politik. Doch nicht nur Athen hat Kosten zu verantworten. Auch deutsche Politiker haben durch ihre teils nationalistischen Äusserungen die Kosten getrieben. Durch fahrlässige und verantwortungslose Spekulation auf Wählerstimmen. Das genaue Ausmaß dieses Schadens wird sich vermutlich nie quantifizieren lassen.