Freitag, 22. Januar 2010

Anachronimus Staatsbürgerschaftsrecht

Bisher müssen sich in Deutschland die Kinder von Ausländern zwischen dem 18. und 23. Lebensjahr für die deutsche oder die Staatsbürgerschaft der Eltern entscheiden. CDU-Bürgermeister Ole von Beust will dieses Optionsmodell nun ganz abschaffen und damit die doppelte Staatsbürgerschaft legalisieren.

Dem Bürgermeister ist für seine Initiative zu danken. Sein Reformvorschlag stellte einen längst überfälligen Schritt dar, der den Realitäten Rechnung trägt. Es ist damit jedoch nicht getan. Konsequent wäre eine umfassende und dringend notwendige Reform des deutschen Staatsbürgerschaftsrechts hin zu einem "ius solis". Wer in Deutschland geboren wird, sollte deutscher Staatsbürger werden. Alles andere wäre ein Anachronimus und nicht im Sinn der Integration.

Eine weitere Baustelle des Ausländerrechts stellt die Problematik der sogenannten "Bildungsinländer" dar. Häufig müssen in Deutschland ausgebildete Flüchtlinge das Land nach Schule oder Universität verlassen. Die Kosten der Ausbildung gehen der Volkswirtschaft damit verloren, gut qualifizierte und dadurch integrierte Mitbürger werden ausgewiesen. Auch hier muss gelten: Wer in Deutschland einen berufsqualifizierenden oder gar akademischen Abschluss erwirbt, geniesst automatisch Bleiberecht.